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Social Distancing

Wenn uns die Berührung fehlt

Wenn uns die Berührung fehlt – die unterschätzte Kraft einer Berührung.

Für uns als soziale Lebewesen spielt die Berührung eine Hauptrolle in unserem Leben. Wir sind geprägt vom hohen Bedürfnis Nähe zu verspüren. Ob Mensch oder Tier, bekommen wir als Baby oder auch später zu wenig physischen Kontakt, können Krankheiten auftreten, physische wie auch psychische.

Unser Drang danach ist tief in uns verwurzelt. Der Mangel an Berührung kann bis zu einem gewissen Maß durch andere Sinne kompensiert werden, das Gehör, den Geschmacksinn, den Geruch – „Du brauchst keine Hände, um zu berühren!“ – und trotzdem können sie alle nicht die streichenden Hände ersetzen. Die ungarische Kinderärztin Emmi Pikler schrieb: „Die Berührung ist das Fundament jeder Beziehung, der Beziehung zu anderen und zu sich selbst.“

Es gibt aber auch kulturelle und regionale Unterschiede. So ist in Italien und Frankreich der körperliche Kontakt im Alltag sicherlich höher als in Österreich, Deutschland oder Finnland. Doch überall gilt: wenn Menschen sich allein, traurig oder enttäuscht fühlen, haben sie oft das einfache Bedürfnis nach einer Umarmung – einer menschlichen Geste – symbolisch, das Gefühl gehalten zu werden.

Viele alternativmedizinische Therapien arbeiten mit dem Handauflegen. Ob Energien fließen oder es die Berührung selbst ist: die Ergebnisse sind für viele Klienten psychisch und physisch heilsam. Heutzutage leiden viele unter einem Mangel an Zuwendung. Geprägt von dem, was uns manche Medien vorsetzen, versiegen die kleinen Gesten in vielen Bereichen. So wird auch manche Partnerschaft fälschlicherweise an der Akrobatik im Bett und nicht an den liebevollen Aufmerksamkeiten gemessen. Defizite, Depressionen, vermindertes Selbstwertgefühl, Versagen und Leere können die Folge sein.

Nehmen wir uns wieder mehr Zeit für Berührungen: ob Schulterklopfen, Umarmen, Kuscheln, Massagen – alles ist Wellness, Balsam für die Seele – denn Leben ist Berührung!